Donnerstag, 21. Mai 2015

Binaurale Beats: Fördern Entspannung aber auch Konzentration

Binaurale Beats 


Binaurale Beats sind Töne, die im Gehirn entstehen. Und zwar wenn den Ohren zwei unterschiedliche Frequenzen gleichzeitig vorgespielt werden. Durch diese Differenz entsteht dann in unserem Gehirn eine sogenannte Schwebung. Diese Schwebung tritt allerdings nur auf wenn der Frequenzunterschied unter 30 Hz liegt, da sonst zwei unterschiedliche Töne wahrgenommen werden. Die Schwebung wird nicht als ein einzelner, anhaltender Ton wahrgenommen, sondern als ein gleichmäßig pulsiFördererender.
Das Besondere dieser Binauralen Beats ist, dass sie direkt auf unser Gehirn wirken sollen. Die Hemisphären des Gehirns reagieren sofort auf diese Beats. Sie schwingen sich auf die gleiche Frequenz ein. Dies kann man wunderbar nutzen, um sich etwa besser zu konzentrieren oder auch entspannen zu können – oder um sich angeblich in einen Drogenrausch zu versetzen.
Als Entdecker dieser Binauralen Beats gilt Heinrich Wilhelm Dove, Physiker. Er “fand im Jahr 1839 heraus, dass gleichmäßig pulsierende Schläge hörbar werden, wenn auf dem linken und rechten Ohr unterschiedliche Frequenzen zur gleichen Zeit hörbar sind.” (Quelle: www.binauralbeats.de) Dove bemerkte dabei, wenn beide Ohren diese unterschiedlichen Frequenzen getrennt voneinander wahrnehmen können, entstehen sehr tieffrequente Töne, die das menschliche Ohr physikalisch eigentlich gar nicht hören kann. Diese Töne entstehen also ausschließlich im Gehirn.
Jahre nach Dove beschäftigte sich keiner mehr mit den Binauralen Beats, bis der Biophysiker Dr. G. Oster das enorme Potential dieser Töne entdeckte. Oster etwa fand heraus, dass die Wirkung nur bei einem Frequenzunterschied kleiner als 30 Hz eintritt.
Da unser Gehirn mit unterschiedlichen Frequenzbändern, die zu unterschiedlichen mentalen Zuständen gehören, funktioniert, können die Beats je nach Frequenzunterschied für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Häufig werden diese Beats bei Meditationsmusik eingesetzt – im Hintergrund, für uns gar nicht bewusst hörbar. Wir können die Schwingungen zur Stressbewältigung, zur Selbsthypnose oder auch für eine gesteigerte Aufnahmefähigkeit nutzen.
Lutz Berger, Autor des Buches „Musik, Magie und Medizin“ beschäftigt sich schon lang mit dem Thema Binaurale Beats. Er ist der Ansicht, dass diese zwar Entspannung fördern können, aber keinesfalls Rauschzustände bewirken. Wenn überhaupt kann es sich laut Berger dabei nur um einen Placeboeffekt handeln.
Musik als Droge ist seit den 1960er Jahren immer wieder ein Aufreger. Man denke nur an die Beatles oder Rolling Stones, die damals die Jugendlichen, laut der Elterngeneration, moralisch verdarben und enthemmten. Und so ist es auch bei I-Dosing. Ein Aufreger, der aber eigentlich nichts bei den Teenagern bewirken kann.

Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/binaural-beats-i-dosing-drogen-aus-dem-kopfhoerer/1901428.html, aufgerufen am 02.10.2012
http://www.binauralbeats.de/, aufgerufen am 02.10.2012
http://www.wege-zu-spirituellem-wachstum.com/binaural_beats.html, aufgerufen am 02.10.2012

Binaural Beats als Behandlungsform von ADS/ADHS


Binaural Beats als Behandlungsform von ADS/ADHS 





Als neue Methode zur Behandlung von ADS/ADHS werden im Netz von verschiedenen Anbietern sogenannte Binaural Beats angeboten. Als Audio CD's können verschiedene Behandlungsformen für spezielle Erkrankungen erworben werden. Was ist davon zu halten? Hier erstmal eine Beschreibung über die sogenanten Binaural Beats, was ist das genau, wie sollen diese wirken usw.

Binaurale Beats sind wahrnehmbare Töne, die direkt im Gehirn entstehen, wenn den Ohren separat zwei leicht unterschiedliche Frequenzen zugeführt werden.
Physikalisch gesehen handelt es sich bei binauralen Beats um eine Form der Schwebung. Erklingen zwei Töne, deren Frequenzen sich nur wenig voneinander unterscheiden, so ist nicht ein einzelner, anhaltender Ton zu hören, sondern ein pulsierender Ton (Beat), der in gleichmäßigen Abständen die Lautstärke moduliert.
Binaurale Beats haben die Besonderheit, dass die resultierende Frequenz im Gehirn entsteht. Werden zwei geringfügig unterschiedliche Frequenzen getrennt über Stereokopfhörer gehört, wird im Gehirn eine dritte Frequenz wahrgenommen, die der Differenz der ursprünglichen Frequenzen entspricht.


Beispiel: Hört man auf dem linken Ohr eine Frequenz von 440 Hz und auf dem rechten Ohr eine Frequenz von 430 Hz, wird im Hirn eine Frequenz von 10 Hz erzeugt. Da es sich um eine Schwebung handelt, entsteht ein pulsierender bzw. linear oszillierender Ton (Beat). Man nimmt an, dass dieser Ton im Stammhirn erzeugt wird, im Nucleus olivaris superior, wo das Zentrum für räumliches Hören liegt.


Um einen Beat wahrnehmen zu können, müssen die Trägerfrequenzen dabei unterhalb von 1500 Hz liegen. Der Unterschied zwischen den Frequenzen für das linke und rechte Ohr darf nicht größer sein als 30 Hz, da ansonsten zwei verschiedene Töne gehört werden.

Das Interesse an binauralen Beats lässt sich in zwei Kategorien einteilen. Zum einen dienen sie der Neurophysiologie zur Erforschung des Hörsinns. Ergänzend können binauralen Beats einen subtilen Einfluss auf das Gehirn haben und die Hirnwellen stimulieren, um Entspannung, Schlaf, Meditation oder Konzentration zu fördern.

Geschichte

Als Entdecker der binauralen Beats gilt Heinrich Wilhelm Dove im Jahr 1839. Er fand heraus, dass scheinbar Schläge zu hören sind, wenn dem linken und rechten Ohr getrennt, aber simultan, zwei leicht unterschiedliche Töne zugeführt werden. Dove gewann die Erkenntnis, dass die wahrgenommenen Schläge ausschließlich im auditorischen System entstehen müssen, da keine akustische Vermischung vorlag. Er vermutete, dass die Schläge in dem Teil des Hirns entstehen, der für das binaurale (stereophone) Hören zuständig ist.

In den folgenden Jahren wurde sporadisch das Thema der binauralen Beats aufgegriffen, es behielt aber lange den Status einer physikalischen Kuriosität. Erst Dr. G. Oster, Biophysiker an der Mount Sinai School of Medicine, New York, USA, erkannte das Potential und die Möglichkeiten, die binauralen Beats eröffnen. 1973 publizierte Oster einen Artikel in Scientific America, wo er die verschiedenen Forschungsergebnisse der letzten 134 Jahre zusammentrug, ordnete und darauf aufbauend eigene Forschungsergebnisse präsentierte. So fand er zum Beispiel heraus, dass für die Wahrnehmung der binauralen Beats die Trägerfrequenzen unterhalb von 1500 Hz liegen müssen. Der Unterschied zwischen den Trägerfrequenzen für das linke und rechte Ohr darf nicht größer sein als 30 Hz, da ansonsten zwei verschiedene Töne wahrgenommen werden.


Oster sah die Anwendungsgebiete der binauralen Beats sowohl in der Forschung, als auch im medizinischen Bereich. Für die Forschung waren es wichtige Instrumente, um die neuronalen Vorgänge des Hörens zu analysieren, räumliches Hören zu untersuchen und zum Beispiel herauszufinden, wie ein einzelner Ton aus einem Gemisch von vielen Tönen herausgehört werden kann (Cocktailparty-Effekt).


Für den medizinischen Bereich hielt Oster es für ein geeignetes Diagnose-Instrument zur Untersuchung bei Beeinträchtigungen des Hörsinns, aber er fand auch heraus, dass es für Erkrankungen eingesetzt werden konnte, die nichts mit dem Hören an sich zu tun haben. So stellte er fest, dass kurz vor Beginn einer    Parkinson-Erkrankung, die Fähigkeit, binaurale Beats zu hören, deutlich zurückging. Im einem besonderen Fall konnte er einen Parkinson-Patienten über viele Wochen begleiten und dokumentieren, dass unter der Medikation die Fähigkeit, binaurale Beats zu hören, wieder zunahm. Außerdem beobachtet er geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung der binauralen Beats. Bei Frauen zeigten sich zwei Spitzenwerte in der Empfindung der binauralen Beats, abhängig von ihrem Menstruationszyklus, am Anfang und nach rund 15 Tagen. Diese Daten veranlassten Oster zu der Frage, ob binaurale Beats als Messinstrument für den Östrogenspiegel eingesetzt werden könnten.
Ein bedeutender Punkt in Osters Forschung war die Tatsache, dass ein binauraler Beat wahrgenommen wird, auch wenn eine Trägerfrequenz unterhalb der menschlichen Wahrnehmbarkeitsschwelle liegt oder auch wenn beide Trägerfrequenzen so leise sind, dass das menschliche Ohr sie scheinbar nicht mehr wahrnimmt. Diese Forschungsergebnisse veranlassten Oster zu der Annahme, dass die binauralen Beats auf einem anderen Weg entstehen als die Töne, die wir sonst hören. Der Effekt der binauralen Beats tritt nur bei beidohrigem Hören auf und entsteht im Gehirn als Folge der Interaktion von Wahrnehmungen.

Physiologie 

Den Entstehungsort der binauralen Beats vermuten die Forscher im Nucleus olivaris superior, einem Teil des Hirnstamms. Der Nucleus olivaris superior ist Teil der Hörbahn und seine Neuronen sind an der Lokalisation von Schallquellen beteiligt, indem sie Laufzeit- und Pegelunterschiede zwischen beiden Ohren (binaural) auswerten.

Mögliche Effekte auf das Hirn

Binaurale Beats können Einfluß auf die Hirnwellen haben und auch die Teile des Gehirns stimulieren, die nicht mit dem Hören verknüpft sind .
Informationen werden im Hirn mittels elektrischer Spannung weitergeleitet. Die elektrischen Ströme aktiver Nervenzellen können zum Beispiel durch ein EEG sichtbar gemacht werden. Ausgehend von den äußerlich gemessenen elektrischen Impulsen lassen sich die Frequenzen berechnen, die den Impulsen zugrunde liegen.
Bereits im Jahr 1924, mit der Entwicklung des EEG durch Hans Berger an der Universität Jena, wurde das Phänomen des Alpha-Blocks entdeckt. Hierbei handelt es sich um eine deutliche Veränderung des EEG, wenn ein gesunder Proband seine Augen öffnet oder zu erhöhter mentaler Aktivität angehalten wird. 


Studien zufolge werden im Alphabereich selbstberuhigende Neurotransmitter (Endorphine) ausgeschüttet, die beispielsweise Menschen mit erhöhtem Stressaufkommen fehlen können.

Mit der Möglichkeit der Aufzeichnung entdeckten die Forscher, dass den verschiedenen Bewusstseinszuständen unterschiedliche Frequenzbänder zugeordnet werden können. So sind die Hirnströme eines schlafenden Menschen vollkommen anders als die eines wachen und geistig aktiven Menschen. Man erkannte auch, dass optische und akustische Reize unseren Bewusstseinszustand verändern können.


Unser Gehirn produziert fast zu jeder Zeit alle Arten von Hirnwellenfrequenzen. Aber die Frequenzen sind dabei nicht gleich gewichtet oder verteilt. Es gibt immer eine vorherrschende Frequenz, die unseren augenblicklichen Bewusstseinszustand determiniert.



EEG-Frequenzbänder
FrequenzbandFrequenzZustandMögliche Effekte
Delta0,1 - 3 HzTraumloser Schlaf
Theta3 - 8 HzLeichter Schlaf, REM-Phase, Träume
Alpha8 - 13 HzEntspannung, Zustand kurz vor und nach dem SchlafErhöhte Erinnerungs- und Lernfähigkeit
Beta13 - 38 HzHellwach, geistige Aktivität, KonzentrationGute Aufnahmefähigkeit und Aufmerksamkeit
Gamma> 40 HzGeistige Höchstleistung, Problemlösung, AngstTransformation oder neuronale Reorganisation


Das menschliche Ohr kann akustische Ereignisse nur innerhalb eines bestimmten Frequenz- und Lautstärke-Bereichs wahrnehmen, wobei das Frequenzband von 20 Hz bis 20.000 Hz reicht und der Lautstärkepegel von 0–130 db (Schmerzgrenze).

Die meisten Frequenzen, die die elektrischen Impulse in unserem Hirn erzeugen, liegen unterhalb der Wahrnehmungsgrenze unseres Hörsinns. Mit Hilfe von binauralen Beats können diese Frequenzen gezielt direkt im Hirn erzeugt werden. Dabei wird dem Hirn eine bestimmte Frequenz angeboten, je nachdem welcher Bewusstseinszustand erreicht werden soll.


Die wahrgenommene Frequenz entspricht dabei einer der vier neurologisch relevanten Frequenzbereiche (Delta, Theta, Alpha, Beta) und veranlasst das Gehirn aufgrund des Resonanzprinzips (auch Frequenz-Folge-Prinzip) sich dieser Frequenz anzunähern, wie EEG-Messungen gezeigt haben.


Der Prozess der Annäherung der vorherrschenden Hirnwellenfrequenz an die von außen zugeführte Frequenz wird Entrainment genannt. Entrainment ist ein Prinzip der Physik, es ist definiert als Synchronisierung von zwei oder mehr rhythmischen Zyklen.


Das Frequenz-Folge-Prinzip ist effektiver, wenn die wahrgenommene Frequenz der binauralen Beats nahe der vorherrschenden Hirnfrequenz liegt (tagsüber rund 20 Hz) und dann zum Beispiel für einen entspannten Zustand langsam gesenkt wird.

Viele Menschen empfinden den Klang purer Sinuswellen als unangenehm, daher werden die binauralen Beats meist in Trägersounds wie Naturgeräusche oder harmonische Kompositionen eingebettet.

Literatur 

  • Heinrich Wilhelm Dove u.a.: Akustik, Theoretische Optik, Meteorologie. In: Repertorium der Physik, Bd. 3, 1839
  • Oster, G., Auditory beats in the brain. In: Scientific America, Oktober 1973, 229(4): S. 94-102
  • Yamada, O. u.a.: Simultaneous recordings of the brain stem response and the frequency-following response to low-frequency tone. In: Electroencephalography and clinical neurophysiologyBd 43(3), 1977, S. 362–70.
  • Gerken, G.M. u.a.: Human frequency-following responses to monaural and binaural stimuli. In: Electroencephalography and clinical neurophysiology Bd.38(4), 1975, S. 379–386.


Einzelnachweise

  1.  Encyclopaedia Britannica Artikel: Binaural Beats
  2. Heinrich Wilhelm Dove u.a.: Akustik, Theoretische Optik, Meteorologie. In: Repertorium der Physik, Bd. 3, 1839
  3. Oster, G., Auditory beats in the brain. In: Scientific America, Oktober 1973, 229(4): S. 94-102
  4. Spitzer, M.W. u.a.: Transformation of binaural response properties in the ascending auditory pathway: influence of time-varying interaural phase disparity. In: J. Neurophysiol. Bd.80(6),1998, S. 3062–3076
  5. Thaut, M.H.: Neural basis of rhythmic timing networks in the human brain.In: Ann. N. Y. Acad. Sci. 999, 2003, S.364–373
  6. Rogers, L.J. u.a.: Methods for finding single generators, with application to auditory driving of the human EEG by complex stimuli. In: J. Neurosci. Methods, Bd.4(3),1981,S.257–265
  7. Dobie, R.A. u.a.: Binaural interaction in human auditory evoked potentials. In: Electroencephalography and clinical neurophysiology, Bd.49(3-4), S.303–313
  8. Gerken, G.M. u.a.: Human frequency-following responses to monaural and binaural stimuli. In: Electroencephalography and clinical neurophysiology, Bd.38(4), 1975, S.379–386
Orginal aus Wikipedia 
( Artikel nachzulesen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Binaurale_Beats )